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    5. November 2026Jochen Meyer

    KI kann heute fast jeder. Aber wer betreibt morgen die Plattform?

    Digitale SouveränitätSicherheitxworks.365EuropaBusiness Continuity

    Warum künstliche Intelligenz die Softwareentwicklung revolutioniert, aber professionelle Plattformanbieter noch lange nicht überflüssig macht.

    Es ist eine faszinierende Zeit für uns Softwareentwickler. Was vor wenigen Jahren noch Monate an Entwicklungsarbeit erforderte, lässt sich heute mit Unterstützung künstlicher Intelligenz teilweise innerhalb weniger Tage realisieren. Die Einstiegshürden für die Softwareentwicklung sinken dramatisch. Menschen ohne klassische Programmierausbildung entwickeln plötzlich Anwendungen, die durchaus beeindruckend sind.

    Und damit stellt sich zwangsläufig eine Frage: Wenn bald jeder seine eigene Software entwickeln kann, wozu brauchen wir dann noch etablierte Software- und Plattformanbieter?

    Eine berechtigte Frage, wie ich finde.

    Denn natürlich verändert KI unsere Branche fundamental. Vermutlich stärker als jede technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Und selbstverständlich werden einige Geschäftsmodelle dadurch unter Druck geraten oder ganz verschwinden. Trotzdem halte ich die gelegentlich geäußerte Prognose, dass professionelle Softwareplattformen in wenigen Jahren durch eine unüberschaubare Zahl KI-generierter Anwendungen ersetzt werden, für reichlich kurz gesprungen. Denn sie beruht auf einem grundlegenden Missverständnis darüber, was eine professionelle Plattform eigentlich ausmacht.

    Software entwickeln ist das eine. Software betreiben etwas völlig anderes.

    Ich beschäftige mich seit mehr als 30 Jahren mit Softwareentwicklung und internetbasierten Kommunikationslösungen. 1999 haben wir mediaBEAM gegründet. Damals war das Internet noch weit davon entfernt, eine selbstverständliche Infrastruktur für unseren Alltag zu sein. Seitdem haben wir zahlreiche Technologien kommen und gehen sehen. Wir haben Produkte entwickelt, Geschäftsmodelle verändert, Plattformen aufgebaut, migriert, modernisiert und manchmal auch wieder verworfen.

    Was wir dabei gelernt haben: Die eigentliche Herausforderung beginnt häufig erst dann, wenn eine Software fertig entwickelt ist.

    Eine Anwendung zu programmieren, die auf dem eigenen Rechner funktioniert, ist eine Sache. Dieselbe Anwendung für Tausende oder gar Millionen Menschen zuverlässig, sicher und performant bereitzustellen, ist eine vollkommen andere Disziplin. Es geht dabei um Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, Datensicherheit, Datenschutz, Lastverteilung, Redundanz, Monitoring und unzählige weitere technische und organisatorische Anforderungen. Und vor allem geht es darum, diese Anforderungen nicht nur am Tag der Produkteinführung zu erfüllen, sondern über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

    Ein funktionierender Prototyp ist noch kein Produkt. Ein Produkt ist noch keine Plattform. Und eine Plattform ist noch lange kein zuverlässiger Dienst.

    Genau diese Unterschiede werden in der aktuellen KI-Euphorie erstaunlich häufig übersehen.

    25 Jahre Erfahrung lassen sich nicht einfach prompten

    Bei mediaBEAM betreiben wir seit mehr als einem Vierteljahrhundert Kommunikationsplattformen. Mit directBOX gehören wir zu den frühen deutschen Freemail-Anbietern. Später kamen umfangreiche White-Label-Plattformen hinzu. Für Kabel Deutschland haben wir rund 200.000 Nutzerkonten migriert, für Vodafone später mehr als zwei Millionen. Heute verantworten wir Plattformdienste, die von Millionen Menschen genutzt werden.

    Dahinter steht nicht nur eine über Jahrzehnte gewachsene Softwarearchitektur. Dahinter steht mit unserem DATAHAUS ein eigenes Rechenzentrum, Erfahrung mit komplexen Betriebsprozessen und vor allem ein eingespieltes Team von inzwischen 38 Menschen, die ihre Systeme und deren Besonderheiten kennen. Dieses Wissen lässt sich nicht auf den Quellcode reduzieren.

    Unsere Entwickler und Systemadministratoren wissen, welche Auswirkungen bestimmte Änderungen auf andere Komponenten haben können. Sie kennen historische Besonderheiten, kritische Abhängigkeiten und typische Fehlermuster. Sie haben Erfahrungen mit Lastspitzen, Protokollproblemen, Angriffswellen, Hardwareausfällen und unerwartetem Verhalten externer Softwarekomponenten gesammelt. Und sie wissen, was zu tun ist, wenn nachts um drei ein Teil der Infrastruktur plötzlich nicht mehr so funktioniert, wie er sollte.

    Diese Erfahrung ist nicht unersetzlich. Aber sie ist auch nicht beliebig reproduzierbar.

    Natürlich kann KI uns dabei unterstützen, Fehler schneller zu analysieren, Software zu verbessern und Betriebsprozesse zu automatisieren. Das tut sie heute bereits. Aber dass eine KI eine Anwendung programmieren kann, bedeutet noch lange nicht, dass daraus automatisch eine Organisation entsteht, die diese Anwendung über Jahrzehnte zuverlässig betreiben kann.

    Sicherheit ist kein Feature. Sicherheit ist ein Prozess.

    Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die IT-Sicherheit. Wer heute eine Software entwickelt, kann mithilfe von KI vergleichsweise schnell Authentifizierungsmechanismen, Benutzerverwaltungen oder verschlüsselte Datenübertragungen implementieren. Das ist großartig. Aber damit beginnt die eigentliche Arbeit erst.

    Professionelle Plattformanbieter müssen kontinuierlich neue Schwachstellen bewerten. Sicherheitsmeldungen und CVEs müssen beobachtet, nach Kritikalität eingeordnet und gegebenenfalls innerhalb kürzester Zeit behandelt werden. Softwarekomponenten müssen regelmäßig aktualisiert werden. Idealerweise laufen solche Updates weitgehend automatisiert, kontrolliert und mit möglichst geringer Beeinträchtigung für die Nutzer.

    Doch auch Automatisierung braucht eine durchdachte Architektur. Wer ein Update ausrollt, muss sicherstellen, dass bestehende Funktionen nicht beeinträchtigt werden, Daten konsistent bleiben und im Fehlerfall ein belastbarer Wiederherstellungsweg existiert.

    Hinzu kommt die permanente Bedrohung durch Angriffe.

    Brute-Force-Attacken, Phishing, Spamwellen, kompromittierte Accounts, automatisierter Missbrauch und gezielte API-Angriffe auf unsere Schnittstellen gehören zu unserem Alltag als professioneller Anbieter von Kommunikationsplattformen.

    Wir betreiben daher umfangreiche Monitoring-Systeme, analysieren Metriken und erkennen verdächtige Veränderungen möglichst frühzeitig, bevor daraus größere Störungen entstehen. Dabei geht es nicht nur darum, festzustellen, ob ein Server erreichbar ist, sondern darum, ungewöhnliche Verhaltensmuster in Millionen von Transaktionen zu erkennen, systemische Zusammenhänge zu verstehen und im richtigen Moment einzugreifen. Das geht nur mit viel Erfahrung und unter Zuhilfenahme von KI-Tools. Denn IT-Sicherheit ist kein Zustand, den man einmal programmiert. Sie ist eine täglich neu zu erfüllende Verpflichtung. Und diese Verpflichtung bleibt bestehen, ganz gleich, ob der ursprüngliche Programmcode von einem Menschen oder einer KI geschrieben wurde.

    Der unterschätzte Wert des eigenen Plattformbetriebs

    In den vergangenen Jahren hat sich ein großer Teil der Softwareindustrie daran gewöhnt, Infrastruktur einfach bei einem der großen Hyperscaler einzukaufen. Das ist bequem und in vielen Szenarien wirtschaftlich sinnvoll. Aber es schafft eben auch Abhängigkeiten. Wir haben uns bei mediaBEAM früh dafür entschieden, wesentliche Teile unserer Plattforminfrastruktur selbst zu verantworten.

    Mit DATAHAUS betreiben wir ein eigenes Rechenzentrum in Ahaus. Wir kennen auch die Hardware unserer IT-Infrastruktur, kontrollieren wesentliche technische Abhängigkeiten und können Entscheidungen über Architektur, Betrieb und Sicherheit selbst treffen. Das bedeutet nicht, dass wir alles selbst entwickeln müssen. Ganz im Gegenteil. Auch wir setzen auf bewährte Technologien, offene Standards und leistungsfähige Partner.

    Aber wir wollen verstehen und kontrollieren können, auf welchen Grundlagen unsere Plattformen laufen. Genau das ist für mich ein zentraler Bestandteil digitaler Souveränität.

    Und hier wird die aktuelle KI-Entwicklung besonders interessant. Denn während immer mehr Menschen mithilfe von KI eigene Anwendungen entwickeln, greifen viele dafür ganz selbstverständlich auf Entwicklungswerkzeuge, proprietäre Modelle und Cloud-Dienste amerikanischer Technologiekonzerne zurück. Dadurch entstehen möglicherweise neue Anwendungen, aber nicht automatisch neue digitale Unabhängigkeit.

    Im Gegenteil: Wer seine eigene Software auf einer fremden Infrastruktur entwickelt und betreibt, die er weder rechtlich noch technisch hinreichend kontrollieren kann, hat vielleicht eine individuelle Anwendung geschaffen, aber nicht zwangsläufig digitale Souveränität gewonnen. Souveränität entscheidet sich nicht allein am Standort eines Servers. Sie umfasst Eigentumsverhältnisse, rechtliche Zuständigkeiten, Softwareabhängigkeiten, Datenflüsse und die Fähigkeit, einen Dienst unabhängig weiterbetreiben oder zu einem anderen Anbieter migrieren zu können.

    Gerade mit dem zunehmenden Einsatz von KI wird diese Frage noch wichtiger. Denn es macht einen erheblichen Unterschied, ob vertrauliche Unternehmensinformationen an einen externen KI-Dienst übertragen werden oder ob geeignete Modelle innerhalb einer kontrollierten europäischen Infrastruktur betrieben werden.

    KI wird die bereits bestehenden, digital souveränen Plattformen nicht ersetzen. Sie wird ihre Bedienung verändern.

    Natürlich wird künstliche Intelligenz die Art verändern, wie wir mit Software arbeiten. Heute öffnen wir Anwendungen, navigieren durch Menüs, erfassen Daten, erstellen Aufgaben, suchen Informationen und stoßen Prozesse manuell an. Viele dieser Tätigkeiten werden künftig von KI-Agenten übernommen. Eine Besprechung wird automatisch zusammengefasst. Daraus entstehen Aufgaben, die den richtigen Personen zugeordnet werden. Informationen aus E-Mails fließen in bestehende Workflows ein. Projektstände werden auf Nachfrage zusammengefasst, ohne dass sich jemand durch zahlreiche einzelne Anwendungen klicken muss.

    Das sind keine Science-Fiction-Szenarien mehr. Aber gerade diese Entwicklung macht eine leistungsfähige, vertrauenswürdige, digital souveräne Plattform im Hintergrund umso wichtiger. Denn woher weiß ein KI-Agent eigentlich, welche Informationen er verwenden darf? Welche Daten gehören zu welchem Kunden? Welche Aufgaben darf er selbstständig erstellen oder verändern? Welche Entscheidungen benötigen eine menschliche Freigabe? Wer protokolliert seine Aktivitäten? Wer stellt sicher, dass vertrauliche Informationen nicht in falsche Hände geraten? Und wer trägt die Verantwortung, wenn der Agent einen Fehler macht?

    Die Antwort darauf liegt nicht allein im KI-Modell. Sie liegt in einer verlässlichen Plattformarchitektur mit Identitätsmanagement, Berechtigungssystemen, strukturierten Daten, APIs, kontrollierten Workflows und nachvollziehbaren Prozessen. Je mehr operative Aufgaben KI-Agenten übernehmen, desto wichtiger wird ein stabiles Fundament, auf dem sie arbeiten können. Vielleicht wird die Benutzeroberfläche einer Plattform künftig weniger sichtbar. Ihre technische und organisatorische Bedeutung wird dadurch aber nicht geringer.

    Wer kümmert sich eigentlich um die Kunden?

    Ein weiterer Aspekt wird in der Diskussion gerne vergessen: der Support. Bei mediaBEAM leisten wir selbst Endkunden-Support. Nicht nur für einzelne Geschäftskunden, sondern für Dienste mit einer sehr großen Zahl privater Nutzer. Wir wissen deshalb aus eigener Erfahrung, wie unterschiedlich die Probleme sind, mit denen Menschen im Alltag konfrontiert werden. Manche haben ihr Passwort vergessen. Andere verstehen eine Funktion nicht. Wieder andere melden vermeintliche Fehler, die sich später als Probleme in fremden E-Mail-Clients, Netzwerken oder Betriebssystemen herausstellen.

    Hinzu kommen Missbrauchsfälle, Identitätsprüfungen, Datenschutzanfragen und technische Besonderheiten, die sich nicht immer durch eine standardisierte Antwort lösen lassen.

    Natürlich wird KI auch diesen Bereich verändern. Sie kann Anfragen klassifizieren, Lösungswege vorschlagen, Wissensdatenbanken erschließen und Standardprobleme automatisiert bearbeiten. Das entlastet unsere Mitarbeiter und verbessert im Idealfall die Reaktionsgeschwindigkeit. Aber irgendjemand muss die Verantwortung für die Lösung übernehmen.

    Irgendjemand muss eskalieren, Entscheidungen treffen und sicherstellen, dass die Antwort nicht nur plausibel klingt, sondern tatsächlich richtig ist.

    Ein professioneller Plattformanbieter verkauft daher nicht nur Funktionen. Er übernimmt Verantwortung für einen Dienst, auf den sich Menschen und Unternehmen verlassen. Und das über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

    Werden nun Hunderte neue Plattformen entstehen?

    Wahrscheinlich werden wir tatsächlich eine erhebliche Zunahme neuer Anwendungen erleben. Die Entwicklungskosten sinken. Ideen lassen sich schneller überprüfen. Kleine Teams können Lösungen entwickeln, für die früher wesentlich größere Entwicklungsabteilungen erforderlich gewesen wären. Das ist eine gute Nachricht für Innovation und Wettbewerb. Und es wäre ein Fehler, diese Entwicklung aus Sicht etablierter Anbieter zu unterschätzen.

    Besonders einfache, isolierte Softwarefunktionen könnten schnell austauschbar werden. Auch etablierte Anbieter werden sich fragen lassen müssen, weshalb Kunden für Funktionen bezahlen sollen, die sich mit KI künftig kostengünstig individuell erstellen lassen. Aber daraus folgt nicht, dass gleichzeitig Hunderte neue Anbieter entstehen, denen Unternehmen bedenkenlos ihre geschäftskritische Kommunikation, ihre Dokumente, ihre Kundendaten oder ihre internen Geschäftsprozesse anvertrauen.

    Denn mit zunehmender Bedeutung einer Anwendung wachsen auch die Anforderungen an ihre Verfügbarkeit, Sicherheit, Wartbarkeit, Integration und langfristige Verlässlichkeit. Ein Unternehmen, das seine gesamte Kommunikation über eine Plattform abwickelt, wird nicht allein deshalb den Anbieter wechseln, weil jemand mit KI eine ähnlich aussehende Benutzeroberfläche entwickelt hat. Dessen CEO wird wissen wollen, wer hinter dem Produkt steht, wie lange es den Anbieter gibt, wo die Daten verarbeitet werden, wer bei Problemen erreichbar ist und ob sich die Plattform auch in fünf oder zehn Jahren noch zuverlässig betreiben lässt. Diese Fragen lassen sich nicht mit einem Prompt beantworten.

    Warum europäische Plattformanbieter gerade jetzt eine Chance haben

    Ich sehe deshalb durchaus gute Zukunftsperspektiven für europäische Plattformanbieter. Nicht, weil sie vor der KI-Revolution geschützt wären. Sondern weil sich ihre Stärken mit den neuen technologischen Möglichkeiten verbinden lassen. Unternehmen wie Stackfield, meetergo oder wir mit xworks.365 zeigen auf unterschiedlichen Gebieten, dass professionelle, leistungsfähige Softwareplattformen auch in Deutschland entwickelt und betrieben werden können.

    Stackfield im Bereich der sicheren Teamarbeit und des Projektmanagements. meetergo mit einer integrierten Plattform rund um Terminplanung und Kundenprozesse. Und xworks.365 als umfassende Kommunikations- und Kollaborationsplattform.

    Diese Unternehmen sind unterschiedlich groß, verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle und bedienen unterschiedliche Anforderungen. Aber sie stehen beispielhaft für eine gemeinsame Idee: Digitale Plattformen müssen nicht zwangsläufig aus dem Silicon Valley kommen. Sie können auch in Europa entwickelt werden, sich an europäischen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen orientieren und auf kontrollierbarer europäischer Infrastruktur betrieben werden.

    Das allein ist noch kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Auch europäische Anbieter müssen innovativ bleiben, ihre Produkte kontinuierlich verbessern und sich dem Wettbewerb stellen. Doch gerade hier eröffnet KI neue Möglichkeiten. Wenn kleinere Entwicklungsteams künftig einen erheblich größeren Funktionsumfang realisieren können, verändert das die Wettbewerbsverhältnisse.

    Die enorme personelle und finanzielle Überlegenheit amerikanischer Technologiekonzerne bei der reinen Softwareentwicklung könnte teilweise an Bedeutung verlieren.

    Für spezialisierte europäische Plattformanbieter ist das eine Chance. Allerdings nur dann, wenn sie nicht versuchen, ihre bestehenden Geschäftsmodelle gegen die neue Technologie abzuschirmen, sondern KI konsequent zur Weiterentwicklung ihrer Plattformen einsetzen.

    Die Plattformökonomie wird sich verändern. Aber anders, als viele glauben.

    Ich bin überzeugt, dass KI einen erheblichen Teil der heutigen Softwareentwicklung automatisieren wird. Wir werden schneller entwickeln, effizienter testen und zunehmend auch den technischen Betrieb mithilfe intelligenter Systeme optimieren. Vielleicht werden künftig deutlich kleinere Teams Plattformen betreiben können, für die heute noch große Organisationen notwendig sind.

    Auch das verändert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Branche. Doch der Wert einer professionellen Plattform bemisst sich eben nicht allein an der Zahl der Entwickler oder den Kosten ihres Quellcodes. Er entsteht durch Zuverlässigkeit, Erfahrung, Integration, Sicherheit, kontinuierliche Weiterentwicklung, das Vertrauen der Kunden. Und vor Allem durch Partnerschaften mit Unternehmen, die auf dem ersten Blick im Wettbewerb zueinander stehen. All das kann KI unterstützen. Teilweise sogar erheblich verbessern. Aber es entsteht nicht automatisch dadurch, dass Softwareentwicklung einfacher wird.

    Für uns bei mediaBEAM ist KI deshalb keine Technologie, gegen die wir unser bestehendes Geschäftsmodell verteidigen müssten. Sie ist vielmehr ein Werkzeug, mit dem wir das weiter- oder neuentwickeln können, was wir seit 1999 tun: leistungsfähige Kommunikationsdienste designen und zuverlässig betreiben. Dabei müssen auch wir uns immer wieder verändern. Unsere Erfahrung allein garantiert uns keine Zukunft. Und das eigene Rechenzentrum ist ebenso wenig ein Selbstzweck wie jahrzehntelang gewachsene Software.

    Entscheidend ist, ob es uns gelingt, diese Grundlagen mit neuen Technologien zu verbinden und daraus einen echten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Diesen Anspruch müssen wir jeden Tag neu einlösen. Denn KI wird uns vieles abnehmen können. Aber nicht die Verantwortung. Und genau darin liegt für mich auch die Zukunft professioneller Plattformanbieter.

    Und genau deshalb sprechen wir auch so intensiv mit den Unternehmen, die eine ähnliche Philosophie wie wir verfolgen. Wir werden Digital Souveräne Lösungen für den Europäischen Markt mit Blick auf den Nutzer miteinander sinnvoll verknüpfen. Auf die Zukunft!